Umweltbewusstsein auf dem Vormarsch: Drei Viertel der deutschen Verbraucher achten beim Einkaufen auf die Nachhaltigkeit der Produkte. Zu diesem Ergebnis kam eine im Mai 2021 veröffentliche Studie von McKinsey & Company. Seit der Corona-Pandemie sind die Hälfte der Konsumenten bereit, bis zu 20% mehr für nachhaltige Produkte auszugeben. Doch woran erkennt man nachhaltige Produkte?

Was ist ein nachhaltiges Produkt?

Grundsätzlich gilt: Jedes Produkt, das nicht produziert werden muss, ist besser als jedes noch so nachhaltige. Unter einem Produkt wird dabei ein materielles Gut, das Ergebnis eines Produktionsprozesses ist, oder eine (immaterielle) Dienstleistung verstanden. Bereits in der Definition eines Produktes wird auf den Produktionsprozess als essenziellen Bestandteil verwiesen. Deshalb ist es unerlässlich, ihn bei der Nachhaltigkeitsbeurteilung mit einzubeziehen. Nachhaltig ist ein Produkt, dessen Umweltauswirkungen bewältigt werden können, während es wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen bringt – und zwar entlang des gesamten Lebenszyklus´. Das bedeutet, ein Produkt ist dann verantwortbar, wenn es der Umwelt nicht schadet und gleichzeitig positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hat. Wichtig ist, dass zusätzlich zur Produktnutzung auch Produktion und Entsorgung betrachtet werden.

Nachhaltigkeit „From Cradle to Cradle“

Jedes Produkt durchläuft in seinem Lebenszyklus den Weg von seiner „Wiege“ (cradle) bis zu seiner „Bahre“ (grave). Das „Cradle to Cradle“-Prinzip beschreibt den Fall, dass am Ende des Lebenszyklus eines Produkts die Grundlage für etwas Neues geschaffen wird. Mehr zum Thema „Cradle to Cradle“ findest du auf der Website des Vereins C2C NGO.

Um ein Produkt auf seinen Nachhaltigkeitsaspekt hin zu analysieren, muss es in seinen einzelnen Stufen betrachtet werden. Diese Stufen sind Rohstoffan-/abbau, Vorproduktion, Produktion, Handel und Service, Nutzung, End-of-Life. In jedem dieser Schritte sollte das Produkt den Anforderungen der drei Säulen der Nachhaltigkeit Soziales, Ökologie und Ökonomie entsprechen. Wenn du mehr über die drei Säulen erfahren willst, schau auch hierfür gerne bei unserem Blogbeitrag vorbei.

1. Rohstoffan-/abbau

Insbesondere Produkte, die seltene Rohstoffe beinhalten, sind zumeist auf ökologischer Ebene nicht nachhaltig. Nicht zu vernachlässigen sind auch Arbeitsbedingungen beim Ab-/Anbau.

Nachwachsende Rohstoffe, die in ihren Anbaugebieten kein Umweltproblem verursachen, wären z.B. eine nachhaltige Option. Wo möglich bieten recycelte, wiederverwendbare Rohstoffe eine gute Wahl.

Wir verwenden für unsere Kaffeekapseln aus Holz die natürlichen Inhaltsstoffe Holz und PLA. Das Holz stammt dabei aus süddeutschen Wäldern und ist sogar PEFC zertifiziert.

forewood Werkstoff Material in der Produktion

2. Vorproduktion und Produktion

Sowohl bei der Vorproduktion als auch bei der Produktion können ein hoher Energieeinsatz und die Entstehung schädlicher Stoffe problematisch sein.

Wird bei der (Vor-)Produktion auf geringen Stromverbrauch, wenig Ausschuss und Abfall sowie gute Arbeitsbedingungen geachtet, kann ein Produkt nachhaltiger sein als Konkurrenten.

Bei der Produktion unserer Kapseln setzen wir auf das Spritzgussverfahren. Durch die Produktion mit diesem Verfahren geht fast nichts des Holz-PLA-Granulats verloren. In unserer Produktion und unserem Büro nutzen wir außerdem ausschließlich Ökostrom.

3. Handel und Service

Im Handel und Service ist vor allem der soziale Aspekt in Form von Arbeitsbedingungen im Auge zu behalten.

Hier sind faire Löhne und Arbeitszeiten sowie möglichst direkte und kurze Lieferwege Indikatoren für eine sozial und ökologisch nachhaltigere Wahl.

Wir verschicken unsere Kapsel klimaneutral mit GOGREEN.

Eine Packung nachhaltige rezemo Kaffeekapseln wird von einer Hand in einen Andere übergeben, eine grüne Hecke befindet sich im Hintergrund

4. Nutzung

Ein hoher Stromverbrauch während der Nutzung oder schädliche, austretende Stoffe sind auf ökologischer Ebene risikoreich. Den sozialen Aspekt, dass Produkte gesundheitsschädlich sein oder abhängig machen können, darf ebenfalls nicht vergessen werden.

Produkte, die positive Auswirkungen haben und der Umwelt nicht schaden, können als sozial und ökologisch nachhaltig betrachtet werden.

Zum Beispiel entstehen beim Aufbrühen unseres Kaffees keine schädlichen Emissionen an der Kaffeemaschine (am Besten ist dafür natürlich die Nutzung von Ökostrom).

Und eine Tasse Kaffee allein oder gemeinsam zu genießen hat unserer Meinung nach sogar einen großen sozialen Mehrwert.

4. End-of-Life

Ein offensichtliches Umweltproblem ist Müll, der in der Natur verbleibt und Tiere und Pflanzen gefährdet. Zu einem sozialen Problem wird Müll bspw. dann, wenn Abfallberge die Heimat von Menschen verseucht.

Ein Produkt, dass in andere Form weitergenutzt oder recycelt wird ist hier eine nachhaltige Alternative. Im Best Case besteht ein Produkt nur aus natürlichen Stoffen. Diese können nämlich wieder in die Natur zurückgegeben werden und zersetzen sich.

Da unsere Kaffeekapseln komplett aus natürlichen Bestandteilen zusammengesetzt sind, tragen sie nicht zur Entstehung von Müllbergen bei. Mehr Infos über die Entsorgung von Kaffeekapseln findest du hier in unserem Blogbeitrag.

Pflanze waechst aus rezemo Kaffeekapsel, die im Kraftkarton auf Erde liegt

Von Geiz ist geil zu Grün ist Trumpf

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend und durchzieht inzwischen alle Bereiche des täglichen Lebens. Diese Entwicklung machen sich Unternehmen zunutze. Grüne Etiketten, verschiedene Siegel und vermeintlich nachhaltige Aktionen suggerieren das Bild eines Umdenkens, das jedoch nicht immer gegeben ist. Hier lohnt es sich zweimal hinzuschauen und zu hinterfragen. Hier eine kleine Guideline, welche Aspekte besonders genau zu analysieren sind:

Sind Lieferketten transparent?

Grundlegend für die Bewertung eines Produkts ist, ob die Herkunft seiner Bestandteile oder Inhaltsstoffe nachvollziehbar ist. Nur durch Transparenz können Rückschlüsse über potenziell sozial und ökologisch fragwürdige Lifecycle-Bestandteile gezogen werden. Hierfür können Siegel hilfreich sein. Um sich einen Überblick zu verschaffen hat das Umweltbundesamt eine Auswahl an empfohlenen Siegeln zusammengestellt. Auch Apps wie codecheck können dabei unterstützen, sich einen Überblick über möglicherweise schädliche Inhaltsstoffe zu verschaffen. Lieferketten sind oft nicht leicht herauszufinden oder unvollständig. Je regionaler Produkte hergestellt werden, desto höher die Chance eine sozial und ökologisch verantwortbare Wahl zu treffen.

Wie ist die Verpackung gestaltet?

Natürlich ist keine Verpackung die beste Verpackung. Ist diese aber unerlässlich, sollte sie so reduziert wie möglich sein und möglichst aus recycelten oder biologisch-abbaubaren Materialien bestehen. Im Zuge des Einwegplastikverbots, dass seit Juli 2021 gilt, wurden auch Biokunststoffe verboten. Was es damit auf sich hat, findest du hier.

Ist die Nachhaltigkeitshaltung des Unternehmens glaubwürdig?

Einen ehrlichen Einsatz für die Umwelt, inkl. Pflanzen, Tieren und Menschen, zu erkennen, ist nicht immer leicht. Hierfür muss das Unternehmen als Ganzes betrachten werden. Haben die eingesetzten Maßnahmen Bezug zum Produkt? Können Maßnahmen transparent nachvollzogen werden? Stimmen die Taten und Aktionen mit den kommunizierten Werten überein?

Vorsicht!

Blanker Aktionismus hat nichts mit umgesetzter Nachhaltigkeit zu tun. Einzelmaßnahmen, die wahl- und bezugslos getroffen werden, nutzen meist wenig und führen eher zu Greenwashing. Aktionen, die letztendlich zu noch mehr Konsum aufrufen, sind sogar kontraproduktiv. Ein konkretes Beispiel hierfür ist: „Bringe dein altes Kleidungsstück zurück und erhalte Rabatt auf deinen nächsten “.

Die nachhaltigste Wahl in der Praxis

Wie zu Beginn schon erwähnt: Je weniger Produkte produziert werden, desto besser für die Umwelt. Außerdem ist es schier unmöglich zu allen Produkten alle Infos zusammenzutragen. Was wir aber tun können, ist nach bestem Wissen und Gewissen Konsumentscheidungen zu treffen und uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für die verantwortbarste Option zu entscheiden.