Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist ein noch junger Begriff. Er wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts geprägt. Trotzdem ist das Wort inzwischen weit verbreitet und begegnet einem täglich beim Einkaufen, in der Werbung oder in öffentlichen Diskussionen. Dabei bezeichnet der Ausdruck mehr als plastikfreies Einkaufen oder weniger Autonutzung. Zum ersten Mal wurde die Bezeichnung „Nachhaltigkeit“ in der Forstwirtschaft gebraucht. Der Begriff bedeutete Waldflächen so zu nutzen, dass Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität des Waldes behalten oder sogar verbessert werden. Heute wird das Prinzip von Nachhaltigkeit auf die unterschiedlichsten Bereiche angewendet. Es bedeutet:

Die Bedürfnisse der heutigen Generationen erfüllen, ohne die Bedürfnisse künftiger Generationen zu gefährden.“ [1]

Nachhaltigkeit ist ein beliebtes Schlagwort, um Unternehmen, Produkte oder Vorhaben in ein gutes Licht zu rücken. Die Begriffsnutzung ist inzwischen übermäßig, weshalb die eigentliche Bedeutung verschwimmt. Deshalb ist es oft sinnvoll, statt „Nachhaltigkeit“ den Begriff „Verantwortbarkeit“ zu wählen. Ob ein Produktkauf oder eine Handlung im Hinblick auf die drei nachfolgenden Dimensionen verantwortbar ist, lässt sich meist intuitiver beantworten.

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit

Es lassen sich drei wesentliche Bereiche feststellen, in denen der Nachhaltigkeitsgedanke Anwendung findet. Diese Dimensionen der Nachhaltigkeit sind im 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit abgebildet. Sie umfassen die Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Ziel ist es, Entwicklungen aller drei Dimensionen miteinander zu kombinieren und im Ganzen zu betrachten.  [2]

Modell der drei Dimensionen von Nachhaltigkeit Soziales, Ökonomie und Ökologie

1. Soziales – Gesundheit und hohe Lebensqualität

Das Streben nach Nachhaltigkeit im sozialen Sinne zielt auf die Schaffung sozialer Gerechtigkeit ab. Zu dieser Dimension gehört, Chancen und Bedingungen von Armen und Benachteiligten zu verbessern. Das Ziel ist es, eine funktionierende, faire Gesellschaft aufzubauen. Soziale Nachhaltigkeit im Unternehmensumfeld betrachtet die Auswirkungen und kritische Reflektion des unternehmerischen Handelns auf alle Akteure. Dazu gehören zum Beispiel Lieferanten, Investoren, Kunden oder Mitarbeiter. Sie beschreibt außerdem den verantwortungsvollen Umgang mit allen im Prozess beteiligten Menschen. Unternehmen, die soziale Nachhaltigkeit umsetzen, tragen Spannungen und Konflikte auf friedlichem Weg aus. Gerade größere Unternehmen berichten über ihr Engagement häufig im CSR-Report (Corporate Social Responsibility Report). 

2. Ökonomie – menschliche Bedürfnisse decken und Wohlstand erreichen

Die ökonomische / wirtschaftliche Nachhaltigkeit ist Grundlage jedes Geschäftsmodells. Kein Unternehmen kann auf Dauer überleben, wenn es keinen Gewinn erwirtschaftet. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit zeichnet sich durch einen effizienten Einsatz von Ressourcen aus und gilt als nachhaltig, wenn ein Geschäftsmodell dauerhaft betrieben werden kann. Gleichzeitig beschreibt ökonomische Nachhaltigkeit die Bestrebung, Bedürfnisse zu befriedigen und langfristig Wohlstand zu fördern.  

3. Ökologie – die Fähigkeit der Erde, Vielfalt aufrechtzuerhalten

Die ökologische Nachhaltigkeit orientiert sich am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben und schonend mit Ressourcen und der Umwelt umzugehen. Natürliche Ressourcen werden nur in dem Maße genutzt, wie diese auch wieder regenerieren. Ein solcher Gebrauch ist Grundlage, um nachkommenden Generationen eine Zukunft ohne Einbußen zu ermöglichen. 

Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit in gleichem Maße zu gewährleisten, ist eine große Herausforderung. Da rezemo seit Beginn alle drei Dimensionen bedenkt, ist es gelungen, diesen Spagat zu schaffen. Wir bieten mit unseren Kaffeekapseln ein Produkt, das auf die Nachfrage nach hochwertigem, unkompliziertem und gleichzeitig verantwortbarem Kaffeegenuss antwortet. Unsere Kaffeekapseln können außerdem in den natürlichen Kreislauf zurückgegeben werden. Somit handelt rezemo in den Dimensionen Ökonomie und Ökologie nachhaltig. Auch die soziale Dimension gestalten wir nachhaltig. Wir arbeiten beispielsweise mit kleinen, lokalen Röstereien zusammen. 

Für die Kaffeekapsel aus Holz legt rezemo Wert auf alle Dimensionen der Nachhaltigkeit

Produktnachhaltigkeit

Konsumenten sehen sich täglich einem nahezu grenzenlosen Produktangebot gegenüber. Doch woran ist erkennbar, ob der Kauf eines Produkts tatsächlich nachhaltig ist? Ein Produkt ist nachhaltig, wenn entlang des Lebenszyklus‘ die Umweltauswirkungen bewältigt werden können, während es wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen bringt.  

Nachhaltig ist ein Produkt,

  1. dessen Umweltauswirkungen bewältigt werden können,
  2. während es wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen bringt,
  3. entlang seines gesamten Lebenszyklus. [3]

Darüber hinaus ist ein Produkt als Gesamtkonstrukt aus Produktkern, Produkt und zusätzlichen Aspekten zu betrachten. Ein nachhaltiges Produkt zeichnet sich dadurch aus, dass alle drei Betrachtungen dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht werden. [4]

Unsere Kaffeekapsel aus Holz ist im Produktkern nachhaltig, da sie zu 100% biobasiert ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kaffeekapseln bieten wir Kaffeekapseln, die keinen Aluminium- oder Plastikmüll verursachen, sondern vollständig in die Natur zurückgegeben werden. Auch weiter gefasste Produktbestandteile gestalten wir nachhaltig. Zum Beispiel verpacken wir unsere Kapseln in FSC-zertifiziertem Naturkraftkarton. Uns ist es wichtig, in allen Hinsichten verantwortbar zu handeln. Deshalb legen wir Wert darauf, alle unsere Aktivitäten nachhaltig zu gestalten. Wir nutzen zum Beispiel 100% Ökostrom in der Produktion und versenden unsere Kapseln klimaneutral.  

Das „Cradle-to-Cradle“-Prinzip

Der Trend zu immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen ist ein massiver Treiber für wachsende Müllberge und die Verschmutzung von Lebensräumen. Eine längere Produktnutzung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil für die Erhaltung einer lebenswerten, diversen Welt. Klassischerweise erreicht ein Produkt irgendwann das Ende seiner Nutzung. Im Konzept „from cradle to grave“ (“von der Wiege zur Bahre“) folgt auf das Ende der Produktnutzung, dem „end of life, dessen Entsorgung. Dabei gehen im Produkt verarbeitete Materialien verloren. Der Ansatz „from cradle to cradle (“von der Wiege zur Wiege”) hingegen geht davon aus, dass vermeintlicher Abfall auch Wertstoff ist. Schon Ende der 1980er vertraten Braungart und McDonough eine neue Philosophie. Diese besagt, dass Rohstoffkreisläufe so funktionieren sollen, dass es keinen unnützen Abfall, sondern nur nützliche Rohstoffe gibt. Man kann zwei Arten von Kreisläufen unterscheiden. Der biologische Kreislauf erfasst Verbrauchsprodukte, während der technische Kreislauf den Fokus auf unverbrauchbare Serviceprodukte legt.

Auch die rezemo Kaffeekapsel aus Holz basiert auf einem „from Cradle to Cradle“-Prinzip, da sie zu 100% biobasiert ist.

Infografik Cradle to Cradle Kreislauf in der Circular Economy

Der Cradle to Cradle-Zyklus für biologische und technische Produkte (Quelle: https://epea.com/ueber-uns/cradle-to-cradle).

Die Gefahr des Greenwashing

Die Bezeichnung „Nachhaltigkeit“ wird gerne verwendet, um Unternehmen und Produkte positiv darzustellen. Dabei werben auch Organisationen, die den Nachhaltigkeitsaspekt nicht in seiner Gänze umsetzen, damit, nachhaltig zu sein. Dieses Phänomen ist so verbreitet, dass es eine eigene Bezeichnung erhalten hat – „Greenwashing“.

„Greenwashing beschreibt die Absicht der Unternehmen „[…] durch Marketing– und PR-Maßnahmen ein grünes Image zu erlangen, ohne allerdings entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Wertschöpfung zu implementieren.“ [5]

Viele Unternehmen werben mit vordergründig nachhaltigen Maßnahmen. Wenn sich das Engagement allerdings nicht auf das Kerngeschäft bezieht oder nur minimale positive Auswirkungen hat, spricht man von Greenwashing. Negative Aspekte bleiben ungenannt, um Konsumenten positiv zu stimmen. Klassischerweise werden Umweltaspekte in den Vordergrund gerückt und andere, bspw. soziale Aspekte, vernachlässigt.

Ein Beispiel für Greenwashing haben wir in unserem Blogbeitrag aufgedeckt: Biokunststoffe – Allheilmittel oder Greenwashing?

Nachhaltigkeit und Greenwashing - nicht bei rezemo

Fazit: Nachhaltigkeit ist nicht gleich Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, hinter dem sich mehr verbirgt als auf den ersten Blick sichtbar ist. Oft wird er mit ökologischen Aspekten assoziiert.  Dabei findet Nachhaltigkeit auch auf ökonomischen und vor allem sozialen Dimensionen Anwendung. Wer nachhaltig leben und konsumieren möchte, steht vor einer komplexen Aufgabe. Produkte, die auf den ersten Blick nachhaltig erscheinen, können sich bei genauerer Betrachtung als nicht nachhaltig herausstellen. Um die Nachhaltigkeit von Produkten zu bewerten, muss der gesamte Lebenszyklus von Produktion bis „end of life“ betrachtet werden. Dabei sollte das Prinzip „from cradle to cradle“ Anwendung finden. Es ist eine Herausforderung, Greenwashing von tatsächlichem Interesse an Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Trotzdem wollen Konsumenten Produkte in Bezug auf Nachhaltigkeit bewerten. Unternehmen sollten deshalb Aspekte wie Ressourcenherkunft, Produktion oder Arbeitsbedingungen transparent kommunizieren. 

Unsere Vision ist es, hochwertigen Kaffeegenuss nachhaltig zu gestalten. Weil wir Verantwortbarkeit in jeder Dimension umsetzen, ist unsere Kaffeekapsel aus Holz in jeder Hinsicht eine nachhaltige Wahl. Es ist uns aber wichtig, dass Du dir ein eigenes Bild von unserer recycelbaren Kaffeekapsel und dem Unternehmen rezemo machen kannst. Deshalb stehen auf unserer Website umfassende Infos zur rezemo Kaffeekapsel bereit.

ICH MÖCHTE NACHHALTIGEN KAFFEEGENUSS FÜR MEIN ZUHAUSE

[1] Jonker, J., Stark, W., Tewes, S. (2011) Corporate Social Responsibility und nachhaltige Entwicklung, Springer

[2] Hentze, J., Thies, B. (2012) Unternehmensethik und Nachhaltigkeitsmanagement, 1. Auflage. UTB.

[3] Volker Hauff (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft : der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1. Auflage. Eggenkamp, Greven 1987, S. 46. 

[4] Weber, T. (2015) CSR und Produktmanagement, Springer Gabler.

[6] c2c.ngo Die Cradle to Cradle Denkschule [online] abgerufen am 12.02.2021 von https://c2c.ngo/c2c-konzept/denkschule/.

[5] Lin-Hi, N. (kein Datum). Wirtschaftslexikon.Gabler. [online] abgerufen am 12.02.2021 von https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/greenwashing-51592/version-27475.

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