Kaffeekapseln entsorgen – So machst du es richtig und schonst die Umwelt

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Materialien – Kaffeekapseln. Bei der richtigen Auswahl brühen sie den perfekten Kaffee auf Knopfdruck. Gleichzeitig erzeugen sie aber auch etliche Tonnen an Verpackungsmüll jedes Jahr. Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns in diesem Blogbeitrag damit, wie Kaffeekapseln am besten entsorgt werden und was es mit dem Thema Recycling bei der Entsorgung von Kaffeekapseln auf sich hat.

In den meisten Beiträgen zur Entsorgung von Kaffeekapseln wird vor allem diskutiert, wie Recycling die Ökobilanz von Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff verbessern kann. Im Rahmen des dualen Systems sollen so auch Kaffeekapseln wiederverwertet werden. Damit sollen die wertvollen Rohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden, um sie anschließend für neue Produkte einzusetzen. Bei weltweit ca. 59 Milliarden verbrauchten Kapseln im Jahr ist diese Debatte sowohl berechtigt als auch dringend notwendig.

Kapselmaterial, Kapselentsorgung, recycelbar ist nicht gleich nachhaltig

Der Zusammenhang zwischen Recycling und Nachhaltigkeit

Auch in unserem täglichen Kundenkontakt und im privaten Umfeld fällt uns im rezemo Team dabei immer häufiger auf, dass der Begriff „recycelbar“ häufig mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht wird. Oft wird er sogar mit dem Begriff „nachhaltig“ gleichgesetzt. Dies zeigt zum einen, wie stark der Fokus unserer Gesellschaft auf dem dualen System liegt. Zum anderen häufen sich aber gerade in diesen Tagen die Meldungen über verschwindend geringe Recyclingquoten bei Kunststoffen. Dies ist unter anderem bedingt  durch den hohen Aufwand zur sortenreinen Trennung von Kunststoffen. Zusätzlich treibt der aktuell niedrige Ölpreis die Nachfrage nach Recyclingkunststoff in den Keller. Das bedeutet, viele Hersteller setzen eher auf neue, statt auf recycelte Verpackungsmaterialien. Der Grund dafür ist, dass diese neben der oft höheren Qualität schlichtweg günstiger sind.

Um zu verstehen, wie Kaffeekapseln am umweltfreundlichsten entsorgt werden, müssen wir zunächst einen Blick auf unser Entsorgungssystem werfen.

Die Einordnung von Kaffeekapseln im deutschen Entsorgungssystem

Das deutsche Entsorgungssystem basiert auf Mülltrennung. Das bedeutet, es gibt verschiedene Entsorgungswege. Diese lassen sich aufteilen in die energetische Verwertung (Restmüll), die organische Verwertung (Kompost) und die Verwertung im dualen System (Recycling). Dem Restmüll wird alles zugeführt, was weder kompostierbar noch recyclebar ist. Die hier gesammelten Reststoffe werden thermisch verwertet, d.h. verbrannt. Mit der bei der Verbrennung entstehenden Wärmeenergie wird meist Elektrizität erzeugt. In die organische Verwertung gehören alle Abfälle, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind. Dem dualen System werden alle anderen Arten an Wertstoffen zugeführt, die durch Recycling wiederverwendet werden können. So auch beispielsweise Kunststoffe oder Aluminium. Das gilt also auch für den Großteil der Verpackungen, die wir in unserem Alltag benutzen.

Die richtige Entsorgung der Kaffeekapseln hängt von ihrem Material ab

Die meisten Kaffeekapseln bestehen entweder aus Aluminium, fossilem Kunststoff, anteilig aus biobasierten Kunststoffen oder einer Mischung aus diesen Materialien. Sowohl Verpackungen aus Kunststoff als auch aus Aluminium werden in der Regel über das duale System entsorgt. Dazu werden sie der Wertstofftonne (auch gelbe Tonne oder gelber Sack genannt) zugeführt. Das bedeutet, dass die Materialien nicht verbrannt, sondern recycelt und weiterverarbeitet werden sollen.

Kaffeekapseln dem dualen System zuzuführen klingt im Ansatz logisch und sinnvoll. Jedoch gibt es dabei ein gravierendes Problem: Zur Entsorgung von Verpackungen, also auch von Kaffeekapseln, über das duale System, müssen diese restentleert sein. Außerdem müssen sie in ihrer Zusammensetzung möglichst sortenrein sein. Nun kann man sich vorstellen, dass diese Restentleerung durch den Konsumenten lediglich bei einer sehr geringen Anzahl von Kaffeekapseln stattfindet. Zudem stellt gerade bei Kunststoffkapseln sortenreines Material die Ausnahme dar. Hier werden häufig Verbundmaterialien genutzt. Das bedeutet also, dass die eigentlichen Recyclingquoten bei Kaffeekapseln aus Kunststoff und Aluminium entsprechend gering sind.

Als Alternative hierzu bieten viele Hersteller Kaffeekapseln aus biobasierten Kunststoffen an, die anteilig mit regulärem Kunststoff gemischt werden. Diese Kaffeekapseln aus sogenannten „biologisch abbaubaren“ Kunststoffen dürfen zum Großteil nicht, wie dies oft angenommen wird, über die Biotonne entsorgt werden. Die industriellen Kompostieranlagen erkennen die Kapseln aufgrund ihrer Farbgebung und Materialeigenschaften zum Großteil als Fremdkörper und sortieren sie aus. Hierdurch werden auch diese Arten von Kaffeekapseln meist über den Restmüll der Verbrennung zugeführt – die energieintensiven fossilen Rohstoffe sind damit verloren.

Warum Recycling nicht die Lösung sein kann

Das Problem am Konzept des Recyclings geht für uns bei rezemo dabei aber weit über die Grenzen von Kaffeekapseln hinaus. Recycling behandelt aus unserer Sicht nämlich lediglich ein Symptom, aber nicht die eigentliche Ursache des Problems. Recycling-Systeme wurden eingeführt, da die Herstellung und spätere Entsorgung von Aluminium und erdölbasiertem Plastik mit hohen Kosten für unseren Planeten verbunden sind.

Denn sowohl Aluminium- als auch Kunststoffkapseln werden hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Aluminium wird aus dem Aluminiumerz Bauxit gewonnen, welches im Tropengürtel, z.B. in den Regenwäldern Brasiliens, abgebaut wird. Fossile Kunststoffe hingegen werden aus Erdöl hergestellt. Der größte Nachteil dieser Rohstoffe liegt einerseits darin, dass sie endlich sind und der natürliche Vorrat von Jahr zu Jahr geringer wird. Andererseits  ist mit der Förderung dieser Rohstoffe meist ein enormer Energiebedarf verbunden. Hinzu kommen die negative Konsequenzen für die Ökosysteme und Umwelt in den Abbau-Regionen. Für mehr Infos schau doch mal in unseren Blogbeitrag zum Thema NACHHALTIGE WERKSTOFFINNOVATION

Das bedeutet, Recycling sorgt lediglich dafür, dass diese umweltbelastenden Rohstoffe nicht nach einmaliger Verwendung nutzlos werden. Die eigentliche Ursache des Problems liegt aber in den Rohstoffen selbst. Einwegverpackungen sollten schlichtweg nicht aus solchen Materialien bestehen. Außerdem werden bei der Nachhaltigkeitsdebatte um das Thema Recycling, vor allem bei fossilen Kunststoffen, weitere bekannte Nachteile außer Acht gelassen. Von der Zersetzung zu Mikroplastik, welches schließlich überall und auch in unseren Mägen landet, bis hin zu krebserregenden Bestandteilen und der hormonellen Wirksamkeit einiger erdölbasierter Kunststoffe. Ganz zu schweigen von der Langzeitdebatte über die potentiellen Gesundheitsrisiken von Aluminium.

 

Die Lösung: Kaffeekapseln aus nachwachsenden Rohstoffen, die 100 % biobasiert sind

Statt also weiterhin lediglich die Symptome zu behandeln, haben wir bei rezemo entschieden, das Problem an der Wurzel zu packen und seine Ursache zu bekämpfen. Diese liegt für uns in den Rohstoffen. Deshalb haben wir die rezemo Kaffeekapseln aus Holz für Nespresso®*-Maschinen entwickelt. Sie sind zu 100% biobasiert und damit auf Grundlage von nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Diese Rohstoffe werden zudem unter weitaus geringerem Energieaufwand zu unseren Kapseln weiterverarbeitet. Und das Beste daran: Durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe sind unsere nachhaltigen Kaffeekapseln CO2-neutral.

biobasierte Kapseln, bedenkfreie Kapselentsorgung

Wie werden die nachhaltigen rezemo Kaffeekapseln richtig entsorgt?

Da wir die Problematik von Einwegverpackungen von der Seite der Rohstoffe angehen, wird die spätere Entsorgung unserer rezemo Kaffeekapseln zweitrangig. Statt des von Menschenhand geschaffenen Ansatzes des Recyclings setzen wir mit unseren Produkten auf den natürlichen Kreislauf unserer Erde. Alle von uns verwendeten Materialien entstammen dem Zyklus der Natur und können daher nach Gebrauch auch wieder in diesen zurückgeführt werden.

Dürfen die rezemo Kaffeekapseln in den Kompost oder über die Bio-Tonne entsorgt werden?

Unsere nachhaltigen Kaffeekapseln für Nespresso®*-Maschinen bestehen zum Großteil aus Holz in Form des Restprodukts Hobelspäne. Diese werden gemischt mit einem Bindemittel aus Pflanzenstärke. Dieses Bindemittel wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ist auf seine Kompostierbarkeit hin geprüft und zertifiziert. Die Holzfasern sind als unmittelbares Naturmaterial natürlich kompostierbar. Mehr Infos zur Zusammensetzung und Herstellung unserer Kaffeekapseln findest du unter DIE KAPSEL.

Da Kaffeekapseln grundsätzlich als Verpackung gelten, sollten sie laut Gesetzgebung aber über das duale System entsorgt werden. Wenn sie, wie unsere, jedoch vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, sind sie eigentlich Abfälle pflanzlichen Ursprungs. Das bedeutet, aus technischer Sicht können die rezemo Kaffeekapseln problemlos über die Bio-Tonne entsorgt werden oder deinem heimischen Kompost zugeführt werden. Wir haben dazu bereits Feldversuche mit lokalen Abfallentsorgern durchgeführt. Diese zeigen, dass die Kapseln in den Kompostieranlagen aufgrund ihrer natürlichen Farbe und Beschaffenheit nicht aussortiert werden. Durch den Hauptbestandteil Holzfasern zersetzen sich die Kapseln deutlich schneller als reguläre biobasierte Verpackungen. Allerdings haben sich die meisten Entsorger in Deutschland dazu entschieden, auch biobasierte Verpackungen von der organischen Verwertung auszuschließen. Dies gilt unabhängig von den unterschiedlichen Zertifizierungen, die es für die industrielle Kompostierung biobasierter Produkte bereits gibt. Daher ist eine Entsorgung über die Bio-Tonne immer abhängig von deinem jeweiligen Entsorgungsbetrieb.

Dieses Problem besteht selbstverständlich nicht, wenn du einen eigenen Kompost hast. Die Dauer einer Zersetzung in deinem hauseigenen Kompost hängt dabei wesentlich von den darin herrschenden Bedingungen ab. Vergleichbar mit einem Zweig Weichholz, einer Walnuss oder einem Tannenzapfen, solltest du aber mit mindestens 6-12 Monaten rechnen.

Auch über den Restmüll kannst du unsere nachhaltigen Kaffeekapseln CO2-neutral entsorgen

Sollte dir weder ein Kompost noch eine Bio-Tonne zur Verfügung stehen, kannst du deine benutzten rezemo Kaffeekapseln auch über den Restmüll entsorgen. Dort landen sie auch, wenn dein Entsorger sie aus der organischen Verwertung (Bio-Tonne) aussortieren würde. Hier werden sie zwar nicht zu Kompost. Sie werden aber aufgrund ihrer Zusammensetzung aus 100 % nachwachsender Rohstoffe dennoch CO2-neutral verbrannt. Da nachwachsende Rohstoffe während Ihres Wachstums CO2 binden, erhöht sich der Netto-CO2-Gehalt unserer Atmosphäre auch bei einer Verbrennung nicht. Für mehr Infos schau doch mal in unserem Blogbeitrag zum Thema NACHWACHSENDE ROHSTOFFE vorbei.

Fazit

Kaffeekapseln aus Aluminium und Kunststoffen können nur bedingt recycelt werden. Realistisch gesehen ist davon auszugehen, dass lediglich ein marginaler Anteil der über die Wertstofftonne entsorgten Kaffeekapseln auch tatsächlich recycelt werden. Auch die meisten Kaffeekapseln aus Biokunststoffen enthalten häufig noch einen Minderanteil an fossilen Kunststoffen und werden in den Kompostieranlagen aussortiert. Hier lohnt es sich immer, einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen und den exakten Anteil biobasierter Rohstoffe zu überprüfen. Entspricht dieser nicht, wie bei unserer Kapsel 100 %, lohnt es sich in jedem Fall nachzuforschen, woraus der übrige Anteil der Kapseln besteht.

Im Gegensatz dazu setzen vollständig biobasierte Kaffeekapseln, wie unsere Kaffeekapseln aus Holz, kein Mikroplastik in die Umwelt frei. Ihre Rohstoffe müssen nicht unter umweltkritischen Bedingungen abgebaut werden und sie verursachen keine zusätzlichen Kosten durch ihre Wiederverwertung im dualen System. Sie stammen aus dem natürlichen Kreislauf unserer Erde und können genauso in diesen zurückgeführt werden. Daher ist es schlussendlich zweitrangig, wie Du sie entsorgst. Wichtig ist, was drinsteckt!

 

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*Markenzeichen eines Drittunternehmens, das nicht in Verbindung mit der rezemo GmbH steht

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